Burn on – Wenn der Körper langsam ausbrennt

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Die zunehmende Belastung in Beruf und Privatleben fordert bei immer mehr Leistungsträgern einen hohen Preis – das Gefühl und der eigene hohe Anspruch, ständig Höchstleistungen abliefern zu müssen, überträgt sich häufig auch ins Privatleben. Die Auswirkungen werden jedoch nicht immer sofort sichtbar, weil die Betroffenen die Belastung nach Außen sehr gut verstecken können. Sie wirken motiviert, leistungsfähig, erfolgreich und scheinen alles im Griff zu haben. Wer allerdings hinter die Maske schaut, wird feststellen, dass sich ein tiefer Abgrund aus Überarbeitung, sinkender Leistungsfähigkeit und Selbstausbeutung auftut, der nur schwer zu überwinden ist.

Stress als ständiger Begleiter

In der heutigen Zeit gilt Stress als Zeichen für Erfolg, Leistung und außerordentliches Engagement. Der gesundheitliche Aspekt wird dabei meist außen vorgelassen. Dabei fühlen sich immer mehr Menschen gestresst, die Regenrationsphasen werden kürzer und die Auswirkungen auf die Psyche können langfristige Folgen auf unsere Gesundheit haben. Leider erkennen viele Betroffene diesen Zustand nicht als Problem an, sondern sind mitunter stolz darauf, sich selbst Tag für Tag an ihre Leistungsgrenzen zu bringen. Denn das Ansehen in der Gesellschaft gibt ihnen das Gefühl, auf dem richtigen Weg zu sein. Zu hohe Ansprüche und das Gefühl des Scheiterns verhindern, dass die Betroffenen sich professionelle Hilfe suchen. Der Anspruch, es allen privat und beruflich recht zu machen, steht dabei oft im Vordergrund.

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Es geht so lange gut, bis…

Der Zustand permanenter Überforderung entsteht vor allem bei denjenigen, die besonders perfektionistisch und verantwortungsbewusst arbeiten und leben – der innere Drang, alles richtig zu machen und immer zu funktionieren, zehrt an den Kräften. Wo beim klassischen Burn-out irgendwann ein Zusammenbruch den Punkt markiert, der die Grenzen der Leistungsfähigkeit aufzeigt, zieht sich der Zustand beim Burn on Syndrom langfristig hin. So kann man den Burn-out als akuten, den Burn on als chronischen Erschöpfungszustand definieren. Dabei werden die Tätigkeiten, die für einen körperlichen und geistigen Ausgleich sorgen könnten, aufgrund der hohen Belastung gestrichen und den Mangel an Arbeitskraft durch noch mehr Arbeit kompensiert. So stehen sich die Betroffenen selbst im Weg und verhindern, dass sie Kraft tanken und eine gesunde Work-Life Balance in ihrem Leben etablieren können. Dies kann im schlimmsten Fall dazu führen, dass die eigenen körperlichen und seelischen Grenzen überschritten werden – dann drohen gesundheitliche, zum Teil irreparable Schäden.

Die Warnsignale ernst nehmen

Die ersten Warnsignale, die auf das Burn on Syndrom hinweisen, sind für Betroffene häufig schwer zu erkennen. Eine langsam einsetzende Lustlosigkeit, innere Leere und dauerhafte Anspannung haben Auswirkungen auf viele Bereiche des Lebens: Man fühlt sich müde und antriebslos und schläft mitunter schlecht. Der permanente Stress führt auch zu körperlichen Beschwerden – Verspannungen, Kopf- und Gliederschmerzen und im schlimmsten Fall Bluthochdruck sind Folgen von dauerhaftem Stress, der unserem Körper auf lange Sicht enorm zusetzt. Wer sich dieser Belastung über viele Jahre aussetzt, kann nicht selten auch einen Herzinfarkt riskieren.

Neben den körperlichen Risiken kann sich die dauerhafte Belastung auch auf das Privatleben auswirken – wer psychisch am Limit ist, kann durch die fehlende Entlastung sowohl Freundschaften, Partnerschaften als auch familiäre Beziehungen aufs Spiel setzen und so eine Negativspirale für sein ganzes Leben in Gang setzen.

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Was tun gegen die Dauerbelastung?

Mithilfe eines professionellen Coaches kann man effektive Methoden erarbeiten, um den Zustand dauerhafter Belastung zu durchbrechen. Doch dazu müssen die Betroffenen sich zunächst bewusst werden, dass sie Hilfe benötigen. Der Wille, das eigene Leben zu ändern, ist eine grundlegende Voraussetzung, um positive Veränderungen herbeizuführen.

Durch intensive Gespräche mit einem Coach können festgefahrene Denkmuster gelöst und neue Verhaltensweisen etabliert werden. Man sollte sich bewusst werden, was einem im Leben wirklich wichtig ist. Wer sich damit schwer tut, umfangreiche Änderungen in seinem alltäglichen Leben umzusetzen, kann auch Schritt für Schritt sein Leben wieder auf eine gesunde Basis stellen. In besonders schweren Fällen, wenn die körperlichen Warnsignale bereits akut sind, sollte man zusätzlich einen Arzt aufsuchen – mit dem Coach des Vertrauens kann man jedoch verhindern, sich in einer solchen Situation wiederzufinden und präventiv individuelle Selfcare Strategien entwickeln.

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