Distress & Eustress: Stress als Motivation – oder Gefahr für die Gesundheit?

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In der heutigen Leistungsgesellschaft ist es mittlerweile normal, gestresst zu sein. Egal ob Termine, übermäßige Informationsflut oder der Drang, stets für jeden erreichbar zu sein: Für viele Menschen wird es immer schwerer, Erholungsphasen in den Alltag einzubauen. Das führt zwangsweise dazu, dass der Stress zu einem ständigen Begleiter wird.

Was versteht man unter Stress?

Zunächst müssen wir uns bewusstwerden, dass Stress evolutionsbedingt eine wichtige Funktion erfüllt. Stress ist eine natürliche Reaktion unseres Körpers auf außergewöhnliche Situationen: Unser Körper stellt sich entweder auf eine Konfrontation ein oder ergreift die Flucht. Dabei werden Botenstoffe wie Adrenalin oder Kortisol ausgeschüttet, die die Reaktionsschnelligkeit erhöhen und uns helfen, die Gefahrensituationen zu überwinden. Sobald sich diese Situation aufgelöst hat, werden die Stresshormone wieder abgebaut, anschließend tritt körperliche und psychische Entspannung ein. Dieser Prozess ist ganz natürlich.

Gefährlich wird es erst, wenn der Stresszustand dauerhaft anhält, denn dies führt zu körperlichen und psychischen Beeinträchtigungen. In diesem Fall sollte man dringend Gegenmaßnahmen ergreifen, um die Belastung durch Stress einzudämmen, da sonst im schlimmsten Fall ein Burn-Out bzw. Burn On droht.

Unterscheidung von Eu-Stress und Di-Stress

Es gibt zwei Arten von Stress: Der Stress, der die Produktivität fördert und jener Stress, der zur Belastung wird und dem Körper schadet. Diese werden als Eu-Stress und Di-Stress bezeichnet.  

  • Eu-Stress: Eu-Stress beschreibt jene kurzfristigen Anspannungsereignisse, die uns herausfordern und dabei unsere Leistungsfähigkeit steigern. Die Vorsilbe „eu“ stammt aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie „gut“. Es geht also um guten Stress, der sich positiv auf uns auswirkt. Er hilft uns dabei, uns zu fokussieren, erfüllt uns mit Optimismus, motiviert und beflügelt uns.  
  • Di-Stress: Di-Stress ist eine langfristige und wiederkehrende Belastung, die uns oft überfordert und uns daran hindert, Probleme rational zu bewältigen. Die üblichen Erholungsphasen bleiben aus, was verhindert, dass wir den Stress abbauen können. Beim Di-Stress werden Herausforderungen negativ wahrgenommen, wir sehen uns den Aufgaben nicht ausreichend gewachsen. Als Folge fühlen wir uns oft müde, gereizt und zum Teil auch ängstlich. Der Dauerstress kann sich auch in körperlichen Beschwerden niederschlagen. So können als Folge Schlafstörungen, Magen-Darm-Probleme, Herz-Kreislaufprobleme, Verspannungen, Konzentrationsstörungen, innere Anspannung, Nervosität und Stimmungsschwankungen auftreten. Dauerhafter, negativer Stress kann eine ganze Reihe an Problemen mit sich bringen, die uns immer tiefer in den Kreislauf aus Stress und fehlender Regeneration hineinzieht.  

Nicht jede Art von Stress ist also direkt negativ und macht uns krank – wichtig ist es, in gutem Kontakt mit sich selbst zu sein und zu erkennen, wann die eigene Belastungsgrenze erreicht ist.

Ein schmaler Grat zwischen Eu-Stress und Di-Stress

Die Grenzen zwischen Eu-Stress und Di-Stress verlaufen sehr nah beieinander, denn es kann schnell passieren, dass aus motivierendem Eu-Stress bei zu hoher Belastung Di-Stress wird.

Dabei wird Stress von jedem Menschen unterschiedlich stark wahrgenommen – besonders Menschen, die einen hohen Anspruch an sich selbst haben, neigen dazu, sich selbst stark unter Druck zu setzen. Dieser Hang zur Perfektion sorgt in der Regel für ein hohes Stressniveau über einen sehr langen Zeitraum. Perfektionistische Menschen müssen nicht nur lernen, Stress effektiv abzubauen, indem sie regelmäßige, selbstbestimmte Auszeiten nehmen und für Regeneration sorgen. Vielmehr müssen sie auch lernen, Aufgaben zu delegieren, Hilfe anzunehmen und sich selbst besser wahrzunehmen.

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Dem Stress entgegenwirken

Stress lässt sich nicht generell vermeiden. Allerdings kann man sich bewusstwerden, welche Faktoren bei einem selbst großen Stress auslösen und wie man diesen Stress langfristig vermeiden kann. Lässt sich der Stress jedoch nicht vermeiden, wie z.B. bei gesundheitlichen oder familiären Ausnahmesituationen, sollte man mit geeigneten Mechanismen einen Ausgleich schaffen, diesen Stress bestmöglich zu reduzieren. Hier eignen sich zum Beispiel körperliche Aktivitäten – insbesondere Sport oder Entspannungsübungen wirken sich sehr positiv auf unseren Körper und unsere Psyche aus.

Wie Coaching helfen kann, den Kreislauf zu durchbrechen

Ein erster Schritt in die richtige Richtung ist es, sich über die eigenen Grenzen bewusst zu werden und für diese einzustehen. Ein professionelles Coaching mit einem Coach, der sich voll auf Ihre Situation einlässt, kann dabei helfen, gesunde Strategien zur Stressbewältigung zu entwickeln. Besonders für Menschen, die sich des Problems zwar bewusst sind, aber selbst keine individuellen Lösungen finden, lohnt es sich, gemeinsam mit einem Coach neue Konzepte zu entwickeln. 

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