Den eigenen Führungsstil finden – mehr als fachlich führen

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In einem meiner letzten Beiträge „Wie führe ich richtig“ habe ich dir gezeigt, dass es nicht den „einen“ Führungsstil gibt. Führung solltest du immer flexibel denken und als Reaktion auf deine aktuelle Situation verstehen.

Genau das ist jedoch gerade für viele frische – aber auch etliche gestandene – Führungskräfte eine echte Herausforderung, denn sie verstehen Führung vor allem fachlich. Kein Wunder, schließlich sind sie auch durch ihre fachliche Kompetenz in die Rolle als Führungskraft hineingekommen.

Aber eine rein fachlich verstandene Führung wird schnell zum Problem. Du kennst das vielleicht aus eigener Erfahrung:

Du bist als Führungsperson voll im Tagesgeschäft eingebunden, wodurch dir scheinbar ohnehin die Zeit für eine ganzheitliche Führung fehlt. Auf deinem Schreibtisch stapeln sich zudem die Aufgaben, da es dir schwerfällt, etwas abzugeben. Es ist nicht leicht, darauf zu vertrauen, dass auch andere das operative Geschäft so gut beherrschen wie du. Vielleicht findest du es schwierig, Aufgaben zu delegieren. Du bist der Meinung, dass dies zu lange dauert und nicht die von dir gewünschten Ergebnisse bringt. Also gehst du die Aufgabe lieber selbst an und der Aufgabenstapel wächst weiter. So bleibt dein Fokus auf dem operativen Geschäft und es entsteht ein Teufelskreis aus zu vielen Aufgaben und zu wenig Zeit für eine umfassende Führung.

Genau diesen Teufelskreis gilt es zu durchbrechen, um nicht mehr nur fachlich, sondern ganzheitlich zu führen. Warum das vorteilhaft ist und wie du den Weg dorthin beginnen kannst, erkläre ich dir in diesem Beitrag.

Fachliche Führung – wenn dem Führungsstil das persönliche Moment fehlt

Vielleicht fragst du dich jetzt, was eigentlich das Problem an rein fachlicher Führung sein soll. Insbesondere dann, wenn du bereits länger führend tätig bist, hat das Konzept ja funktioniert. Irgendwie. Doch genau dieses „irgendwie“ ist das Problem. Denn du selbst merkst, dass du dich mit dem menschlichen Aspekt der Führung unwohl fühlst.

Dieses Gefühl kann sich in vielerlei Hinsicht zeigen.

  • Vielleicht fällt es dir schwer, abseits von fachlichen Themen souverän, sicher und selbstbewusst aufzutreten.
  • Vielleicht fühlst du dich überarbeitet, weil es dir so schwer fällt, Verantwortung abzugeben oder Aufgaben zu delegieren.
  • Vielleicht bist du dir unsicher dabei, wie du richtig und transparent auf Augenhöhe mit Mitarbeitern kommunizieren sollst.
  • Vielleicht hast du Zweifel daran, wie du professionell Feedback geben kannst.

Mit dem Fokus auf fachlicher Führung gehst du diesen für dich potentiell unangenehmen Situationen aus dem Weg: Du versteckst dich hinter einem Berg aus Arbeit. Das ist deine Komfortzone. Doch so kannst du dich in deiner Rolle als Führungskraft nicht weiterentwickeln.

Von einem ganzheitlichen Führungsstil profitieren alle – sowohl du als auch dein Team

Es lohnt sich, Führung nicht nur fachlich, sondern ganzheitlich zu denken und zu verwirklichen. Nicht nur für dich, sondern auch dein Team.

Nur wenn du dich fachlich etwas zurücknehmen kannst, bekommst du selbständige und mitdenkende Mitarbeiter. Dadurch, dass du Aufgaben abgeben kannst, erhältst du Respekt im Team.

Zugleich schaffst du dir damit Freiraum. Freiraum, den du benötigst, um dein Stresslevel auf ein gesundes Niveau zu senken. Wenn du dich von dem Gedanken trennen kannst, für alles verantwortlich sein zu müssen, kannst du viel besser mit deinen eigenen Ressourcen haushalten. Und dann deine Arbeitszeit viel effizienter nutzen.

Effizienter heißt dabei: Du kannst dir Zeit für die Führung deiner Mitarbeiter und Teams nehmen. Du kannst dich mehr auf die Aufgabe konzentrieren, Menschen bei der Weiterentwicklung zu begleiten. Du kannst deine Mitarbeiter dabei unterstützen, ihr volles Potenzial abzurufen und strategisch zu arbeiten. Dadurch kannst du nicht nur jedem Mitarbeiter helfen, besser zu werden. Auch das Team in seiner Gesamtheit wird besser, wenn du als Führungskraft verlässlich einschätzen kannst, wo die einzelnen Stärken und Schwächen liegen.  So kannst du Aufgaben immer besser delegieren, um optimale Ergebnisse zu erhalten. Ergebnisse, die du als Einzelperson allein wohl nicht erreichen kannst.

Dabei gehört zur ganzheitlichen Führung auch die Fähigkeit, gut zu kommunizieren, Konflikte ansprechen und schwierige Gespräche führen zu können. Das ist der Punkt, an dem viele Führungskräfte zu Beginn sehr unsicher sind. Sie wissen nicht, wie es geht. Schließlich springen sie ins kalte Wasser.

Führung ganzheitlich denken und umsetzen – Finde und trainiere deinen eigenen Führungsstil

Führung ist ein ganzes Bündel aus individuellen Kompetenzen. Kompetenzen, die du erlernen und verbessern kannst. Um deinen eigenen Führungsstil zu finden und verbessern zu können, ist es sinnvoll, dir einen individuellen Plan zu machen.

Denn nur den Führungsstil von anderen zu kopieren, ist nicht zielführend. Dieser entspricht oftmals nicht deinen eigenen Fähigkeiten, deiner individuellen Situation und deinen Zukunftsvisionen. Dein Führungsstil sollte wirklich zu dir passen, so dass du ihn auch in Stresssituationen authentisch umsetzen kannst.

Es gibt einige Fragen, mit deren Antworten du den ersten Schritt zu deinem persönlichen Stil machst:

  • Wer möchte ich als Führungskraft sein?
  • Wie möchte ich führen?
  • Was ist mir besonders wichtig?
  • Über welche spezifischen Fähigkeiten verfüge ich bereits?
  • Wo kann ich mich noch individuell verbessern, um besser zu führen?

Das bedeutet nicht, dass du dich nicht von anderen inspirieren lassen kannst – oftmals sind es die konkreten Vorbilder, die uns den Anstoß für die eigene Verbesserung geben. Doch damit auch du Vorbild sein kannst, musst du deinen eigenen Führungsstil finden.

Du möchtest Führung ganzheitlich denken und wünschst dir Unterstützung für die Entwicklung deiner eigenen Führungspersönlichkeit? Lass uns darüber sprechen – ich freue mich darauf, dich kennenzulernen!          

Du möchtest Führung ganzheitlich denken und wünschst dir Unterstützung für die Entwicklung deiner eigenen Führungspersönlichkeit? Lass uns darüber sprechen – ich freue mich darauf, dich kennenzulernen! 

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