Meeting-Overload: Warum Gehirnpausen der Schlüssel zum Erfolg sind

Meeting Overload
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Meeting-Marathon – jeder von uns kennt diesen Ausdruck. Der Kalender ist vollgestopft mit Terminen, die Meetings reihen sich aneinander wie Perlen auf einer Kette, und bevor du dich versiehst, steckst du im Meeting-Marathon fest, der deine grauen Zellen ordentlich fordert.

Gerade in der Pandemie, als viele von uns auf Videokonferenzen angewiesen waren, schienen die aufeinanderfolgenden Meetings unaufhörlich zu sein. Von morgens bis abends saßen wir vor unseren Bildschirmen, oft ohne ausreichende Pausen, um uns zu erholen. Es fühlte sich an, als würden wir einen Marathonlauf ohne regelmäßige Versorgung mit Wasser und Energieausgleich absolvieren. Genau wie ein Marathonläufer, der ohne Pausen irgendwann zusammenbricht, belastet der Meeting-Marathon auch unser Gehirn, wenn wir ihm keine dringend benötigten Verschnaufpausen gönnen.

Du bist nicht allein mit dieser Situation. Wir alle haben in den letzten Jahren erlebt, wie unsere Kalender von Meeting zu Meeting gefüllt wurden. Die digitale Transformation und die Notwendigkeit, in Kontakt zu bleiben, führten dazu, dass Meetings immer häufiger auf Videokonferenzen verlagert wurden. Und so saßen wir stundenlang vor unseren Bildschirmen, ohne uns die Zeit zu nehmen, um durchzuatmen und unsere geistige Gesundheit zu schützen. Doch wir sollten uns die Auswirkungen dieses Meeting-Marathons auf unser Gehirn genauer ansehen und verstehen, warum Pausen von entscheidender Bedeutung sind.

Die Wissenschaft hinter der Meeting-Erschöpfung – Warum Pausen wichtig sind

In den letzten Jahren haben Forscher vermehrt die Auswirkungen von Meetings untersucht – Anlass waren unter anderem die gestiegenen Zahlen der Videokonferenzen aufgrund der COVID-19-Pandemie.

Eine häufig diskutierte Problematik ist die sogenannte „Zoom Fatigue“ oder die Ermüdung durch Videokonferenzen. Eine Studie vom Institut für Betriebswirtschaft und Organisation (IBE) in Ludwigshafen hat sich intensiv mit diesem Thema befasst. Die Studie zeigt auf, wie die ständige visuelle und auditive Konzentration bei Videokonferenzen eine hohe geistige Belastung darstellen kann: Fast 60% der Befragten verspürten „Zoom-Müdigkeit“. Diese kann sich in ganz unterschiedlichen Formen manifestieren: von reduzierter Konzentration über Ungeduld und erhöhte Reizbarkeit bis hin zu ganz physischen Auswirkungen wie Kopf-, Rücken- und Gliederschmerzen. Auch von Schlafstörungen und Magenschmerzen berichteten die Befragten.

Die gestiegenen Videokonferenzzahlen waren auch für Microsoft Worklab der Auslöser für eine Studie. Ziel war es, die Meeting-Müdigkeit besser zu verstehen. Die Probanden nahmen zunächst an vier ohne Pause aufeinanderfolgenden Meetings teil, am nächsten Tag wurden die vier Meetings mit Meditationspausen durchgeführt. Aus dieser Studie ergaben sich drei wichtige Erkenntnisse:

  • Pausen „resetten“ das Gehirn und reduzieren den Stressaufbau
    Pausen zwischen Besprechungen ermöglichen es dem Gehirn, Stress abzubauen und neu zu starten. In früheren Studien stieg die Stressaktivität (Betawellen) über aufeinanderfolgende Stunden. Doch Meditation ermöglichte einen „Neustart“, und die Betawellen blieben über mehrere Meetings stabil. Kurze Pausen sind das Gegenmittel gegen Meeting-Müdigkeit, da sie Stress verhindern und die Leistungsfähigkeit steigern.
  • Pausenlose Meetings beeinträchtigen Konzentration & Engagement
    Meditationspausen führten zu positiven Alpha-Asymmetrien im Gehirn. Dieses Phänomen ist ein Anzeichen dafür, dass die Person gesprächiger und kontaktfreudiger auftritt. Ohne Pausen waren die Werte negativ, was auf Zurückhaltung und eher introvertierte Handlungen hindeutet. Das zeigt, dass Stress die Fähigkeit zur Konzentration und zum Engagement, z.B. mit Kollegen in einem Meeting, beeinflusst. Pausen sind daher entscheidend für Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit.
  • Der pausenlose Wechsel zwischen Meetings kann Stress erzeugen
    Bei Teilnehmern ohne Pausen erhöhte sich die Beta-Aktivität. Das bedeutet, dass die Bereiche des Gehirns aktiver waren, die für Aufmerksamkeit, Informationsverarbeitung und andere komplexe kognitive Funktionen verantwortlich sind. Zugleich zeigte der Anstieg jedoch auch an, dass die Person Stress empfand. Meditationspausen reduzierten diesen Anstieg, verringerten den Stress und glätteten den Übergang zu den nächsten Meetings.

Microsoft verrät sogar einen optimalen Zeitrahmen: 5 bis 15 Minuten Pause sollten idealerweise zwischen den einzelnen Terminen liegen – egal ob körperliche oder geistige Erholung, Hauptsache abschalten!

 

Die Macht der Erholung: Wie Pausen deine Performance und Gesundheit beeinflussen

Microsoft’s Human Factors Lab used EEG caps to measure beta wave activity—associated with stress—in the brains of meeting participants. For those given breaks, their average beta wave activity remained largely steady over time; the “coolness” of their stress levels is visualized here in blues and greens. For those deprived of breaks, their average beta wave activity rose as time passed, suggesting a buildup of stress; that increase is depicted here with colors shifting from cool to hot. The chart represents the relative difference in beta activity between break and no-break conditions at the top of each meeting (averaged across the 14 research participants).

Illustration by Brown Bird Design

Die Studien zeigen, dass unser Gehirn nicht für Dauerbelastung ausgelegt ist. Wir brauchen Pausen – und diese Pausen tun gleich in mehrerer Hinsicht gut.

  • Pausen fördern die Leistung: Pausen helfen deinem Gehirn, sich zu regenerieren und erhöhen deine Produktivität, sodass du in Meetings und Aufgaben besser performen kannst.

  • Pausen reduzieren die Fehleranfälligkeit: Kurze Pausen ermöglichen es dir, klarer zu denken und minimieren Fehler, die aus Erschöpfung oder Stress resultieren können.

  • Pausen beugen stressbedingten Beschwerden vor: Indem du Pausen einlegst, kannst du Stress abbauen und physische Beschwerden wie Kopfschmerzen und Schlafstörungen verhindern.

  • Pausen verbessern das Arbeitsklima: Entspannte Mitarbeiter, die auch mal einen freien Kopf haben, fördern ein harmonisches Arbeitsumfeld und tragen zu besserer Kommunikation und Zusammenarbeit bei.

Mit gesunden Pausen durch den Arbeitsalltag – 3 Tipps für dein Pausenmanagement

Natürlich ist es eine Herausforderung, in der heutigen schnelllebigen Geschäftswelt immer wieder diese kleinen Auszeiten zu finden. Doch sie sind kein Luxus – sondern notwendig für deine Leistungsfähigkeit und letztlich auch Gesundheit. Deshalb möchte ich dir hier einige praktische Tipps mit auf den Weg geben:

  • Bleib standhaft: Halte an deiner Agenda fest und lasse dich nicht von spontanen Meetings unter Druck setzen. Priorisiere deine Aufgaben und sorge dafür, dass du ausreichend Zeit für Pausen einplanst.

  • Nutze Technik: Digitale Kalender bieten oft die Möglichkeit, automatische Pauseneinheiten einzuplanen. Diese Funktion kann dir helfen, regelmäßige Erholungspausen zu gewährleisten. Nutze sie, um deinem Gehirn die dringend benötigte Verschnaufpause zu gönnen.

  • Sei kreativ in den Pausen: Verwende deine Pausen, um kurz frische Luft zu schnappen, einige entspannende Dehnübungen zu machen oder zu meditieren. Alles, was dir dabei hilft, abzuschalten und deine Batterien wieder aufzuladen, ist willkommen. Pausen sind nicht nur effektiv, um Stress abzubauen, sondern auch, um deine Produktivität und dein Wohlbefinden zu steigern.

In der Hektik unserer Arbeitswelt und der vielen Meetings sind Pausen ein wertvolles Werkzeug, um dein geistiges und körperliches Wohlbefinden zu erhalten. Wenn du weitere Informationen oder Unterstützung brauchst, sprich mich an – gemeinsam finden wir deinen Weg zu mehr Effizienz, Gesundheit und einer guten Work-Life-Balance!

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