Deep Work: Wie du endlich wieder konzentriert arbeiten kannst 

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Kannst du dich in Ruhe auf deine Aufgaben konzentrieren? Oder lebst auch du in einer Welt, die immer lauter und schneller wird? Ständig piepst das Handy, eine neue Nachricht poppt in einem der vielen Kommunikationsdienste auf, Kollegen kommen vorbei und haben Fragen an dich und du hetzt von einem Meeting zum nächsten. Hast du überhaupt Zeit für eine kurze Verschnaufpause, geschweige denn für einen konzentriertes Arbeiten?

In einer Welt voller Ablenkungen und Hektik ist es wichtig, sich bewusst Zeit für Ruhe und Reflexion zu nehmen. Vielleicht brauchst auch du deinen eigenen „Denkweg“, sei es ein Spaziergang im Park, ein paar Minuten der Meditation oder einfach nur ein ruhiger Moment, um tief durchzuatmen.

Bewusste Pausen sind ein wichtiges Element im Kontext von Deep Work. Während Deep Work ursprünglich von Cal Newport geprägt wurde, um die Fähigkeit zu beschreiben, sich ungestört und konzentriert einer Aufgabe zu widmen, betont Newport auch die Bedeutung von Ruhephasen für eine effektive Arbeitsweise. Diese bewussten Unterbrechungen dienen dazu, den Geist zu erfrischen und die Konzentration aufrechtzuerhalten, was letztendlich zu höherer Produktivität und Qualität der Arbeit führen kann.

Lass uns einen konzentrierten Blick auf Deep Work werfen und darüber sprechen, wie du es als Führungskraft in deinem Arbeitsumfeld umsetzen kannst.

Deep Work – was ist das eigentlich und was bringt es mir?

Der Begriff „Deep Work“ wurde von Cal Newport, einem Informatikprofessor, geprägt. Er beschreibt einen Zustand der intensiven Konzentration und Fokussierung auf eine bestimmte Aufgabe oder ein Projekt, frei von Ablenkungen und Unterbrechungen.

Auch die Wirtschaftspsychologin Vera Starker hat zu dem Thema geforscht. Sie hat bei Untersuchungen in 55 Unternehmen festgestellt, dass es im Schnitt alle 4 Minuten zu einer Unterbrechung kam – übrigens unangefochten angeführt durch E-Mails. 

Es geht bei Deep Work darum, sich bewusst von äußeren Störquellen und den damit verbundenen Unterbrechungen zu isolieren, um sich ganz auf die anspruchsvolle geistige Arbeit zu konzentrieren. Dabei spielt die Qualität der Arbeit eine zentrale Rolle, da tiefe Konzentration und ungestörtes Arbeiten es ermöglichen, komplexe Probleme zu lösen, kreative Ideen zu entwickeln und hochwertige Ergebnisse zu erzielen.

Deep Work bietet einige wichtige Vorteile:

  • Höhere Produktivität: Durch die Vermeidung von Multitasking und Ablenkung können Aufgaben schneller und effizienter erledigt werden.

  • Bessere Qualität: Die Arbeit ist fokussierter und durchdachter, was zu einer höheren Qualität der Ergebnisse führt.

  • Mehr Zufriedenheit: Die Arbeit an anspruchsvollen Aufgaben in einem Zustand des Flows kann zu einer tiefen Zufriedenheit und einem Gefühl der Sinnhaftigkeit führen.

  • Geringere Stressbelastung: Die Vermeidung von ständiger Unterbrechung und Ablenkung kann den Stress reduzieren und die mentale Gesundheit fördern.

Deep Work ist eine Fähigkeit, die erlernt und trainiert werden kann. Indem man Ablenkungen minimiert, ungestörte Zeitfenster festlegt und sich bewusst auf eine Aufgabe konzentriert, kann man die Fähigkeit zur tiefen Konzentration verbessern und die Vorteile von Deep Work nutzen.

Wie die moderne Arbeitswelt unsere Konzentration untergräbt: Die Herausforderungen von Deep Work

 

Trotz der nachgewiesenen Vorteile von Deep Work scheinen wir in der modernen Arbeitswelt immer weniger dazu in der Lage zu sein, uns auf fokussierte Arbeit zu konzentrieren. Diese Entwicklung wirft die Frage auf: Warum fällt es uns so schwer, uns bewusst Zeit für konzentriertes Arbeiten zu nehmen? Ein Blick auf die Herausforderungen, denen wir in der heutigen Arbeitswelt gegenüberstehen, zeigt, wie verschiedene Faktoren unsere Konzentrationsfähigkeit und die Möglichkeit, Deep Work zu praktizieren, beeinflussen.

Warum uns konzentriertes Arbeiten so schwer fällt:

 

  • Die Konzentrationsfähigkeit lässt nach
    In einer Welt voller Ablenkungen und Reizen fällt es vielen Menschen zunehmend schwer, sich über längere Zeit auf eine Aufgabe zu fokussieren.
  • Ständige Unterbrechungen
    Durch die permanente Verfügbarkeit von Kommunikationskanälen wie Handy, E-Mail und Messaging-Apps werden wir fortwährend unterbrochen, was es schwierig macht, einen kontinuierlichen Arbeitsfluss aufrechtzuerhalten.
  • Konditionierung zur ständigen Aktivität
    In einer Gesellschaft, die die ständige Verfügbarkeit und Aktivität belohnt, sind wir darauf konditioniert, immer in Aktion zu sein. Dies führt dazu, dass wir Schwierigkeiten haben, uns bewusst Zeit für konzentriertes Arbeiten zu nehmen.
  • Extrem vernetztes und teambasiertes Zeitmanagement
    Die Arbeitswelt ist heute stark vernetzt und viele Aufgaben werden in Teams oder Projekten bearbeitet. Dadurch ist es für Einzelne schwieriger geworden, sich zurückzuziehen und ungestört zu arbeiten. Die Kommunikation erfolgt über verschiedene Kanäle, was zusätzliche Ablenkungen schafft.
  • Übermäßiges Meetingaufkommen
    Insbesondere Führungskräfte sind oft stark in Meetings eingebunden, was ihre Verfügbarkeit für konzentriertes Arbeiten einschränkt. Der Trend zu immer mehr Meetings hat sich seit der COVID-19-Pandemie verstärkt, was die Zeit für konzentrierte Arbeit weiter reduziert.
  • Unternehmenskultur der ständigen Verfügbarkeit
    In vielen Organisationen werden Mitarbeiter befördert oder positiv bewertet, wenn sie ständig erreichbar sind, Überstunden machen und an jedem Meeting teilnehmen. Diese Kultur der permanenten Aktivität fördert nicht nur die Ablenkung, sondern erschwert auch die Schaffung von Zeitfenstern für konzentriertes Arbeiten.

Effektive Strategien für konzentriertes Arbeiten in einer hektischen Welt – Meine Tipps für deine Deep-Work-Praxis

Es kann eine Herausforderung sein, Deep Work zu fördern und effektiv umzusetzen, besonders für Führungskräfte. Die Konzentration auf anspruchsvolle Aufgaben erfordert nicht nur persönliche Disziplin, sondern auch eine unterstützende Umgebung und eine veränderte Einstellung zum Arbeitsalltag. Doch wie können wir inmitten der ständigen Meeting-Flut und der Kultur der ständigen Verfügbarkeit tatsächlich Deep Work integrieren? Die Antwort liegt nicht nur in der Entwicklung unserer eigenen Konzentrationsfähigkeit, sondern auch in einem grundlegenden Umdenken in Bezug auf die Bedeutung von Pausen und die Bewertung von Arbeitsleistung.

  • Konzentration stärken und Ablenkungen minimieren
    Es genügt nicht, einfach Ablenkungen zu reduzieren. Du musst aktiv an der Stärkung deiner Konzentrationsfähigkeit arbeiten. Das bedeutet regelmäßiges Training deiner Aufmerksamkeit und bewusstes Üben von Singletasking.
  • Selbstwirksame Haltung entwickeln
    Entwickle eine selbstwirksame Haltung, indem du identifizierst, was dich motiviert und antreibt, um gezielt an erfüllenden Aufgaben zu arbeiten. Glaube an deine Fähigkeiten und daran, dass du deine Ziele erreichen kannst, um auch in anspruchsvollen Situationen fokussiert zu bleiben und übernimm Verantwortung für deine Arbeit und deine Ergebnisse.
  • Fokuszeiten einführen und Meetings ausmisten
    Implementiere im Team Fokuszeiten, in denen alle ungestört arbeiten können – ohne Unterbrechungen durch Meetings oder unwichtige Anfragen. Überprüfe kritisch die Notwendigkeit von Meetings und räume deinen Terminkalender auf, um Raum für konzentriertes Arbeiten zu schaffen.

  • Kommunikationswege reduzieren
    Vereinfache die Kommunikation im Team, um Ablenkungen zu minimieren und die Effizienz zu erhöhen. Denk daran, dass der Einsatz verschiedener Kommunikationstools wie Slack, Teams und E-Mail zwar die Produktivität steigern soll, aber Studien nach Vera Starker zeigen, dass oft das Gegenteil der Fall ist. Stelle sicher, dass wichtige Informationen klar und präzise übermittelt werden, um Missverständnisse zu vermeiden.
  • Echte Pausen einplanen
    Motiviere dein Team, regelmäßige Pausen einzulegen und sich zu erholen – und lebe das selbst vor, indem du für dich funktionierende Pausen einlegst. Echte Pausen sind essenziell, um die mentale Energie wieder aufzuladen und langfristig produktiv zu bleiben. Gönn dir wie Darwin Denkpausen, um inspirierende Einsichten zu gewinnen und deine Leistungsfähigkeit zu steigern.
  • Selbstorganisation und intelligenten Technologieeinsatz fördern
    Unterstütze deine Mitarbeiter dabei, sich selbst zu organisieren und nur die Technologien und Tools zu nutzen, die wirklich nützlich sind. Das hilft dabei, Ablenkungen zu minimieren und die Effizienz zu steigern.

Erlebe die transformative Kraft von Deep Work selbst und steigere deine Produktivität und Zufriedenheit und die deines Teams. Jeder von uns kann einen Beitrag dazu leisten – doch müssen auch Unternehmen und Organisationen die richtigen Rahmenbedingungen schaffen, ein oft unterschätztes Themen bei Diskussionen wie „back ins Office“.

 

Ich unterstütze dich gern dabei, ein individuelles Konzept zu entwickeln – kontaktiere mich, um dich beraten zu lassen!

 

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