Kulturwandel in der Arbeitswelt
– Weniger eine HR als Chefsache

Viele Unternehmen stehen derzeit im Spannungsfeld zwischen Tradition und Zukunft. Zwischen Altbewährtem und neuen innovativen Ideen. Aber nicht bei allen Führungskräften und Mitarbeitern stoßen die anstehenden Veränderungen auf pure Begeisterung. Vielmehr lösen die Begriffe Veränderung und Change bei vielen Beteiligten innere Widerstände aus, sich auf die neuen Ideen und Konzepte einzulassen. Das Gefühl, dass das bisher geleistete nicht mehr gut genug oder ausreichend ist, führt häufig zu Angst und Unsicherheit.

Bei den anstehenden Veränderungen sollte es Führungskräfte nicht allein darum gehen, alles anders zu machen, sondern vielmehr Impulse für die Zukunft zu setzen. Es geht somit darum, das Bestehende wertzuschätzen und entsprechend der neuen Anforderungen weiterzuentwickeln.

Führen durch Kultur

Die eigene Unternehmenskultur zu definieren, gehört seit einigen Jahren zum guten Ton eines jeden Unternehmens. Dabei prägen Unternehmenswerte nicht nur die Identität der Organisation, sondern dienen insbesondere als Wegweiser für die Mitarbeiter und als Orientierung bei der Entscheidungsfindung im Unternehmen.

Aber nur wenn die kommunizierten Werte auch zur tatsächlichen Kultur eines Unternehmens passen und das Verhalten aller Mitarbeiter und Führungskräfte widerspiegelt. Umso wichtiger ist es, für Unternehmen in der heutigen Zeit auch die Unwerte zu kommunizieren und damit festzulegen, was kulturell überhaupt nicht geht und welches Verhalten nicht toleriert wird.

Die eigenen Werte und Unwerte bieten somit nach innen und außen einen klaren Kompass. Es lohnt sich daher für jede Führungskraft, sich selbst die Fragen zu stellen:

 

  • Was ist bedeutsam für mich selbst und mein Team?
  • Worum geht es im Kern?
  •  Welche Signale über richtig oder falsch möchte ich setzen?
  • Welche Ziele und Aspekte möchte ich kulturell unterstützen? Und welche nicht?

Bewegen werden wir nur etwas, wenn wir es vorleben und selbst handeln

Viele geben sich der Illusion hin, dass sich der Wandel in der Arbeitswelt und in der eigenen Unternehmenskultur von alleine vollzieht. Schließlich müssen sich immer nur die andere ändern und nicht man selbst. Aber wie wahrscheinlich ist es, dass sich etwas ändert, wenn wir selbst nicht bereit sind, uns zu bewegen?

Wenn du Menschen zu etwas bewegen willst, ist das Vorleben nicht eine, sondern die einzige Möglichkeit, das zu tun.

Albert Einstein

Somit sollte jeder Verantwortung für sein eigenes Handeln übernehmen und sich proaktiv für ein bestimmtes Verhalten gegenüber den Mitarbeitern und Kollegen entscheiden. Denn jeder Einzelne trägt mit seinem Verhalten zur Kultur des Unternehmens bei.

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